Brigitte Reimann / Wolfgang Schreyer: Ich möchte so gern ein Held sein

„Wenigstens hat sie, also die Kunst, zumal die Literatur, immer etwas Aufsässiges, sie muß hinter die Erscheinungen sehen, an der Oberfläche kratzen und bloßlegen, was darunter ist, kurzum: Heilige Kühe schlachten.“

Brigitte Reimann an Wolfgang Schreyer 1967

 

„Wirkung ist immer da, wo Talent, Wissen und Charakter vereint sind. Also, schreib Dein Buch zuende!“

Wolfgang Schreyer an Brigitte Reimann 1969

 

Der intensive Briefwechsel zweier so unterschiedlicher wie solidarischer Autoren, die vor dem Hintergrund krisenhafter Prozesse in Ost und West mit großer Zivilcourage zu ihren Positionen stehen. Sie verhandeln Fragen des literarischen Schaffens wie die Entwicklungen in Politik und Kultur und finden doch immer auch Zeit für die allerpersönlichsten Dinge.

 

„Carpe diem, intensiv leben, das muß ihr Wahlspruch sein. Weltoffen wirkt sie, schnell begeistert, risikofreudig; leb­haft und farbig will sie’s gern haben (…) Don’t fence me in! Man spürt, wie leicht sie dem Reiz des Neuen, der Freude am Wagnis erliegt. Ihr Hunger macht sie verletzlich, verführbar.“

So erinnert sich Wolfgang Schreyer fast 40 Jahre später an Brigitte Reimann. Als sie sich Mitte der 1950er Jahre kennenlernen, ist der sechs Jahre ältere bereits literarisch erfolgreich. Fast über 20 Jahre, bis zum frühen Tod Brigitte Reimanns, führen beide einen intensiven, offenen und höchst persönlichen Briefwechsel. Diese Briefe sind daher nicht nur spannendes Zeitzeugnis, sondern ein ebenso anrührendes wie kurzweiliges Portrait zweier Künstlerpersönlichkeiten, die auch als Menschen beeindrucken.

 

soeben erschienen unter ISBN 978-3-9816011-2-1
geb. Ladenpreis: 26,00 € (zzgl. 1,70€ Versandkosten)




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Realistisches Erzählen als Diagnose von Gesellschaft

Carsten Gansel/
Manuel Maldonado Alemán (Hg.)

 

Die Beiträge des Bandes zielen auf Aspekte realistischen Erzählens in der deutschsprachigen Literatur insbesondere nach 1945 und nach 1989. Dabei geht es zunächst um theoretische Probleme des Realismus in der Literatur der Gegenwart.
Nach einem Blick auf den realistischen Ansatz in Hans Falladas erstmals in der Urfassung vorliegendem Roman der Neuen Sachlichkeit, „Kleiner Mann – was nun?“ stehen ausgewählte Autoren und Texte der westdeutschen Literatur der Nachkriegszeit im Umfeld der Gruppe 47 im Zentrum (u. a. Alfred Andersch, Hans Werner Richter, Günter Eich, Milo Dor). Mit dem Autor Siegfried Pitschmann geht es um einen exemplarischen Fall der Auseinandersetzung um den sozialistischen Realismus in der DDR. Die nachfolgenden Beiträge setzen sich mit Spielarten realistischen Erzählens in der Gegenwartsliteratur nach 1989 auseinander und fragen nach dem zeitdiagnostischen Potential von Texten ausgewählter Gegenwartsautorinnen und -autoren (Martin Mosebach, Erich Hackl, Matthias Politycki, Daniel Kehlmann, Kathrin Schmidt, Artur Becker, Uwe Kolbe, Christoph Hein,
Julia Schoch).

im Erscheinen unter ISBN 978-3-947965-01-4
geb. Ladenpreis: 48,00 € (zzgl. 1,70€ Versandkosten)


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Literatur der Russlanddeutschen und Erinnerung

Carsten Gansel (Hg.)

 

Die Beiträge dieses Bandes wenden sich einem in der literatur- und kulturwissenschaftlichen Forschung bislang zu wenig beachteten Gegenstand zu: der Literatur von Sowjetdeutschen – so die übliche Bezeichnung bis zur Auflösung der Sowjetunion 1991 – bzw. der Russlanddeutschen. Im Zentrum steht somit ein Kapitel der deutsch-russischen Kulturgeschichte des 20. Jahrhunderts, das „selbst in groben Zügen den wenigsten bekannt ist“ (Eleonora Hummel).
Bis zum Zerfall der Sowjetunion waren einer Auseinandersetzung mit dem Schicksal der Sowjetdeutschen auch in literarischen Texten enge Grenzen gesetzt. Die Aufsätze zielen daher neben Überblicksdarstellungen auf eine dezidierte Analyse ausgewählter Texte, sie fragen nach der Rolle, die die Sprache für die Identität der Russlanddeutschen besitzt und beschäftigen sich mit Aspekten des kollektiven Gedächtnisses. Schließlich gibt es Einblicke in die Autorenwerkstatt (Hugo Wormsbecher, Nelly Däs). Ein zweiter Band wird sich explizit mit den Entwicklungen nach 1990 ausein­andersetzen.

im Erscheinen unter ISBN 978-3-947965-00-7
geb. Ladenpreis: 49,00 € (zzgl. 1,70€ Versandkosten)


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Dokumentation zum Uwe-Johnson-Preis 2016

In der Edition leetspeak erscheinen Sondergaben im Rahmen des Uwe-Johnson-Preises, der seit 1994 jeweils alle zwei Jahre im September in Neubrandenburg vergeben wird. uwe-johnson-preis.de

Den Uwe-Johnson-Preis 2016 erhielt Jan Koneffke für »Ein Sonntagskind«.

In der Jury-Begründung heißt es u.a.:

Jan Koneffke entwirft in seinem Roman »Ein Sonntagskind« ein deutsches Panorama, das vom Zweiten Weltkrieg über das Jahr 1989 bis in die Gegenwart führt. Der »Versuch, einen Vater zu finden« (Uwe Johnson) führt den Erzähler zur Näherung an eine bislang unbekannte Lebensgeschichte. Eng an die Perspektive der Vaterfigur gebunden, wird der Leser mit einem Geflecht von Schuld, Verdrängung, Selbstbetrug und Schweigen konfrontiert.

erschienen unter ISBN 978-3-9816011-0-7